Jagd auf Fahrradfahrer

Das Urteil des Landgerichts Braunschweig gegen einen 62-jährigen Salzgitteraner ist rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof die Revision des Angeklagten als unbegründet verworfen hat. Das Landgericht hatte den Angeklagten wegen versuchten Totschlages in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr und mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort sowie wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und daneben die Fahrerlaubnis entzogen, den Führerschein eingezogen sowie eine Sperrfrist von vier Jahren angeordnet, in der ihm keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf.

Dem Urteil lag ein extremer „Ausraster“ im Straßenverkehr zugrunde: Der Angeklagte hatte zum einen einen seiner Hunde auf einen Radfahrer gehetzt hatte, der dem Angeklagten seiner Meinung nach nicht schnell genug einen Feldweg zur Durchfahrt mit seinem Pkw freigemacht hatte. Zum anderen hatte sich der Angeklagte über einen weiteren Radfahrer geärgert, und zwar über dessen Fahrweise und darüber, dass der Radfahrer nach gegenseitigen Provokationen einen Außenspiegel an seinem Fahrzeug abgetreten hatte. Daraufhin verfolgte der Angeklagte den Radfahrer mit seinem Pkw und fuhr ihn auf einem als Gehweg ausgezeichneten Schotterweg von hinten kommend um.

Landgericht Braunschweig, Urteil vom 12. März 2012 – 9 Ks 3/12