Zusammensetzung der Scheidungskosten – und die Kostenübernahme

Lässt sich ein verheiratetes Paar scheiden, muss das Verfahren vor dem Familiengericht abgewickelt werden. Die Beauftragung eines Anwalts ist für mindestens eine Partei verpflichtend, in vielen Fällen brauchen beide Partner einen Juristen an ihrer Seite. Die Kosten sind abhängig vom Umfang des Verfahrens und bemessen sich am sogenannten Streitwert. Dabei ist zwischen Anwaltskosten und Gerichtskosten zu unterscheiden.

Verfahrenswert hängt von verschiedenen Faktoren ab

Beim Scheidungsverfahren ist es wichtig, eine seriöse und erfahrene Anwaltskanzlei zu beauftragen. Wenn sich das Paar einig ist, reicht ein Anwalt aus. Wenn es Streitigkeiten gibt, braucht es zwei Juristen, um diese zu bereinigen. Wie hoch die Gebühren für die anwaltliche Vertretung sind, hängt ebenso wie die Höhe der Gerichtskosten vom Streitwert ab. Dieser wiederum setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:

  • vorhandenes Vermögen des Paares
  • unterhaltsberechtigte Kinder
  • Nettoeinkommen beider Parteien
  • Versorgungsausgleich

Nachdem seitens der Kanzlei die Eröffnung des Scheidungsverfahrens beim Familiengericht beantragt wurde, muss eine Vorschusszahlung erfolgen. Deren Höhe wird vom Familiengericht zunächst festgesetzt, sagt aber noch nichts über den eigentlichen Streitwert aus. Erst nach abgeschlossenem Scheidungsverfahren erfolgt dann die endgültige Rechnungsstellung.

Gerichtskosten können durch äußere Umstände ansteigen

Grundsätzlich wird bei jedem Verfahren vor Gericht eine Gebühr fällig, deren Höhe sich am Verfahrenswert festmacht. Zusätzlich können weitere Kosten entstehen, wenn das Gericht Beweise beschaffen, Gutachten erstellen oder Zeugen verhören muss. Auch für diese Kosten kommt nicht der Staat auf, sondern das Ehepaar selbst. Für einige Kostenpunkte werden pauschalen festgesetzt, andere wiederum werden nach individuellen Aufwänden berechnet.

Am Ende muss das Paar die Gerichtskosten zu gleichen Anteilen bezahlen. Jene Person, die zuvor bereits den Gerichtskostenvorschuss geleistet wird, muss anteilig später weniger bezahlen bzw. erhält Geld zurück, wenn der Vorschuss höher war als das eigentliche Verfahren.

Anwaltskosten müssen vom Auftraggeber bezahlt werden

Wenn ein Anwalt beauftragt wird, was bei der Scheidung Pflicht ist, fallen ebenfalls Kosten an. Auch diese sind abhängig vom Streitwert und müssen von der Person bezahlt werden, die den Anwalt beauftragt hat. Wenn das Paar gemeinsam einen Anwalt nimmt, können die Kosten reduziert werden. Möglich ist das aber nur dann, wenn beide Parteien dem Scheidungsverfahren zustimmen, wenn es keine offenen Streitpunkte gibt und wenn das Trennungsjahr bereits vorüber ist.

Weiterhin muss die Person bezahlen, die den Anwalt beauftragt hat. Es ist allerdings möglich, dass sich das Paar die Kosten fairerweise teilt. Eine gesetzliche Verpflichtung gibt es dazu aber nicht, wenn eine Person weniger Einkommen hat, kann auch der besserverdienende Part allein für die Kosten aufkommen.