Wohnungslüften während der Arbeitszeit?

Schimmel in der Wohnung – Mieter müssen nicht während der Arbeitszeit lüften. Das Landgericht Frankfurt hat in einem am 07.02.12 verkündeten Berufungsurteil entschieden, dass

Einem Mieter kann nach Ansicht des Landgerichts Frankfurt am Main bei Schimmelbefall der Wohnung eine drei- bis viermalige Lüftung der Wohnung am Tag zugemutet werden. Das Landgericht hält das Stoßlüften 3 bis 4 mal täglich auch für einen berufstätigen Mieter nicht für unzumutbar. So könne morgens vor Verlassen des Hauses 1 bis 2 mal gelüftet werden, dann am Nachmittag nach Rückkehr von der Arbeit und am Abend.

Im konkreten Fall hatte ein Sachverständiger ausgeschlossen, dass die Ursache für die Schimmelbildung in von außen eindringender Feuchte liegt, sondern vielmehr eine Dampfdiffusion durch nicht ausreichende Lüftung des Mieters als ursächlich angesehen.

Unter diesen Umständen sah das Landgericht Frankfurt eine entsprechende regelmäßige Lüftung zumindest bis zu einer deutlichen Reduzierung der Luftfeuchtigkeit als zumutbar an.

Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 7. Februar 2012 – 2-17 S 89/11,