Tod beim Schönheitschirugen

Die Verurteilung eines Berliner Schönheitschirurgen ist rechtskräftig. Im dritten Anlauf bestätigte der Bundesgerichtshof jetzt ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Berlin, das den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt und ihm für die Dauer von vier Jahren verboten hat, die Tätigkeit eines niedergelassenen Chirurgen, Sportmediziners und Arztes im Rettungsdienst auszuüben1. Der Angeklagte hatte in seiner Praxis ohne die erforderliche Aufklärung seiner Patientin und ohne die notwendige Hinzuziehung eines Anästhesisten eine Schönheitsoperation durchgeführt, an deren Folgen die Patientin verstorben war.

Das erste in dieser Sache ergangene Urteil des Landgerichts Berlin, durch das der Angeklagte wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Totschlag zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden und ebenfalls ein vierjähriges Berufsverbot verhängt worden war, hatte der Bundesgerichtshof auf die Revisionen des Angeklagten, des Nebenklägers und der Staatsanwaltschaft unter Zurückverweisung an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts bei weitgehender Aufrechterhaltung von Feststellungen im Schuld- und Rechtsfolgenausspruch aufgehoben2.

In dem daraufhin ergangenen zweite Urteil des Landgerichts Berlin wurde der Angeklagte wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Mord (durch Unterlassen) zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt und gegen ihn ein fünfjähriges Berufsverbot für die Tätigkeit als Arzt für Humanmedizin verhängt. Auf die Revision des Angeklagten hatte der Bundesgerichtshof dieses Urteil im Schuldspruch abschließend dahin geändert, dass der Angeklagte allein der Körperverletzung mit Todesfolge schuldig ist, und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung über Strafe und Berufsverbot wiederum an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin zurückverwiesen3.

Gegen das sodann im August 2013 ergangene dritte Urteil des Landgerichts Berlin wehrte sich der Angeklagte wiederum mit einer Revision zum Bundesgerichtshof. Diesmal billigte der Bundesgerichtshof das Berliner Urteil jedoch und verwarf die Revision des Angeklagten als unbegründet. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 10. März 2014 – – 5 StR 51/14

  1. LG Berlin, Urteil vom 13. August 2013 – (522) 1 Kap Js 721/06 Ks (13/12) []
  2. BGH, Urteil vom 07.07.2011 – 5 StR 561/10 []
  3. BGH, Beschluss vom 31. August 2012 – 5 StR 238/12 []