Schwarzarbeiter durch die Hecke

Vor Kurzem überprüften Beamte des Hauptzollamts Itzehoe die Baustelle eines Einfamilienhauses in Bad Bramstedt zur Verhinderung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung.

Auf der Baustelle trafen die Zöllner sechs Männer beim Entladen eines Kleintransporters und zwei weitere beim Ausbau des Obergeschosses an. Alle acht Männer waren zwischen 24 und 55 Jahren alt.

Nach dem Ansprechen der Männer am Transporter entfernte sich eine Person fluchtartig durch die Hecke auf das Nachbargrundstück. Er wurde mehrfach zum Stehenbleiben aufgefordert. Kurze Zeit später konnte er durch einen der Zöllner festgehalten und zurück zur Baustelle gebracht werden. Es kam zu keinem weiteren Widerstand.

Bei der Feststellung der Personalien legte einer der Arbeitnehmer eine offensichtlich gefälschte litauische Identitätskarte vor. Es besteht der Verdacht der Urkundenfälschung. Der Mann erklärte, dass sich sein Pass beim Arbeitgeber befinden würde. Dieser holte den Pass vor der Durchsuchung seiner Firma unter einer Deckenplatte heraus.

Die anderen Bauarbeiter wiesen sich entweder durch Pässe eines osteuropäischen Landes aus oder sind Bürger der Europäischen Union. Die Osteuropäer waren allerdings nur im Besitz polnischer Visa, die sie zur Arbeitsaufnahme in Polen berechtigten. Hier besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts.

Alle Arbeitnehmer gaben an, für eine Neumünsteraner Baufirma zu arbeiten. Diese wurde nach der Kontrolle in Bad Bramstedt nach weiteren Beweisunterlagen durchsucht. Dabei wurden neben Beweismitteln zum Tatverdacht möglicher Schwarzlohnzahlungen, 6.060 Zigaretten mit kyrillischem Steuerzeichen gefunden, die gleichfalls sichergestellt wurden.

Die Ermittlungen zum Verdacht des illegalen Aufenthalts, der Schwarzlohnzahlungen und der Urkundenfälschung werden von der Staatsanwaltschaft Kiel geführt.