Lara Mia

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen die Mutter des Babys Lara Mia bestätigt.

Die im Mai 2007 geborene Lara Mia war von ihrer vor dem Landgericht Hamburg angeklagten, zur Tatzeit 18 Jahre alten Mutter und deren Lebensgefährten seit Oktober 2008 nur noch unzureichend mit Nahrung versorgt worden. Obgleich sich das Kind infolgedessen in einem erkennbar lebensbedrohlichen körperlichen Zustand befand, brachte die Angeklagte es nicht zum Arzt. Im März 2009 verstarb das Kind; aufgrund gerichtsmedizinischer Erkenntnisse konnte ein plötzlicher Kindstod nicht sicher ausgeschlossen werden. Ein erstes Urteil vom Juli 2010, in dem die Angeklagte lediglich wegen Misshandlung einer Schutzbefohlenen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht zu einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde, hatte der 5. (Leipziger) Strafsenat des Bundesgerichtshofs auf die Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben.

Nunmehr wurde die Angeklagte im zweiten Durchgang vom Landgericht Hamburg wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt[1]. Eine Todesursächlichkeit der Vernachlässigung des Kindes konnte auch in der neuen Tatsacheninstanz nach Anhörung mehrerer medizinischer Sachverständiger nicht sicher festgestellt werden; hingegen wurde nunmehr ein strafbefreiender Rücktritt vom Versuch des Totschlags vom Landgericht Hamburg verneint.

Die gegen diese Verurteilung gerichtete Revision der Angeklagten hat der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs jetzt durch Beschluss als unbegründet verworfen. Diese Verurteilung ist damit nunmehr rechtskräftig. Das Verfahren gegen den Lebensgefährten der Angeklagten war vom Landgericht wegen dessen Verhandlungsunfähigkeit abgetrennt worden.

Beschluss vom 7. Mai 2012 – 5 StR 164/12

  1. LG Hamburg, Urteil vom 10. November 2011 – 604 Ks 15/11[]