Körperverletzung durch mangelnde ärztliche Hygiene?

Das Landgericht Braunschweig hat ein Strafverfahren gegen einen Arzt aus Clausthal-Zellerfeld vorläufig eingestellt, weil der Angeklagte jedenfalls für längere Zeit nicht verhandlungsfähig ist.

Die Staatsanwaltschaft hat dem Angeklagten fahrlässige Körperverletzungen in acht Fällen vorgeworfen. Er soll als Arzt bei der Behandlung von Patienten durch mangelnde Hygiene Gesundheitsschäden hervorgerufen haben. Auf der Grundlage mehrerer unabhängig voneinander erstellter ärztlicher Stellungnahmen sowie von Erkenntnissen zum Gesundheitszustand des Angeklagten aus einem Zivilverfahren ist derzeit von einer Verhandlungsunfähigkeit für längere Zeit auszugehen. Die Verfahrenseinstellung ist zunächst nur vorläufig, um nach einem gewissen Zeitablauf erneut zu überprüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Angeklagten verändert hat und er dann ggf. wieder verhandlungsfähig ist.

Landgericht Braunschweig – 9 Kls 72/2010