Die Freiheit der Hühner

Die vom Bund beschlossene und seit dem 15. Mai 2013 geltende Änderung der Geflügelpest-Verordnung ermöglicht es nun, dass Geflügel wieder grundsätzlich im Freien gehalten werden darf. Bislang war die Aufstallung im ganzen Land die Regel, nun ist sie zur strikten Ausnahme gemacht worden.

Von dieser Aufhebung der allgemeinen Aufstallungspflicht profitiert unter anderem in der Gemeinde Amt Neuhaus im Landkreis Lüneburg die sogenannte Arche-Region. Sie widmet sich dem Erhalt von Obst- und Nutzpflanzensorten sowie alter Nutztierrassen, darunter Geflügel. Bislang mussten solche Hühner im Winter im Stall bleiben – obwohl das für die alten Tierrassen besonders schädlich ist.

Der niedersächsische Agrarminister Christian Meyer bezeichnet die Entscheidung zur Aufhebung der Aufstallungspflicht als gut für den Tierschutz und für die Züchter alter Geflügelrassen. Dagegen teilt er nicht die Sorge, das Ende der Aufstallungspflicht bedeute eine erhöhte Gefahr für den Befall mit Geflügelpest. Das Ministerium verweist darauf, dass Geflügel in betroffenen Gebieten mit Verdacht auf Vogelgrippe natürlich wie bisher grundsätzlich in geschlossenen Ställen zu halten ist. Überdies stehe jeder Tierhalter in der Pflicht, bei Ausbruch einer Tierseuche sofort entsprechende Gegen-Maßnahmen zu treffen und die Behörden zu informieren.

Dazu eine Frage: Könnte die Äußerung des Ministers “Im Zweifel für die Freiheit der Hühner” nicht auch die Besorgnis der Bürger steigern? Denn was ist mit diesem Satz gemeint? Steht nun die Freiheit der Hühner bzw. das Wohlergehen von Tieren über der Gesundheit des Menschen? – Nur damit eines klar ist, Tierschutz ist wichtig und notwendig! Nur er darf doch wohl nicht über ALLEM stehen. Denn in letzter Konsequenz hieße das, im Falle einer 50%igen Gefahr für die Gesundheit der Tiere und damit des Menschen, wird jede mögliche Maßnahme und Entscheidung zugunsten der Tiere ausfallen. Hoffentlich ist der Mensch immer noch wichtiger als ein Tier!