Bleiben Sie informiert!

RSSNachrichten.PubRechts.Ninja

20.000 € Schadensersatz für Böller im Stadion

Entsprechend dem Anteil an der Verbandsstrafe, die der Deutsche Fußballbund dem 1. FC Köln auferlegt hat, beläuft sich die Summe, die der Werfer der Knallkörper an den Verein zu zahlen hat.

Während des Heimspiels des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn sind von dem Beklagten Knallkörper gezündet worden. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs kann der Bundesligaverein die Verbandsstrafe des DFB von dem Böllerwerfer zurückverlangen1. Über die konkrete Schadenshöhe hatte nun das Oberlandesgericht Köln zu entscheiden.

Der Verein war nicht nur wegen des Böllerwurfes, sondern auch wegen drei weiterer Vorfälle, an denen der Fan nicht beteiligt war, mit einer Strafe belegt worden. Im Einzelnen waren gegen den Verein vier Einzelgeldstrafen in Höhe von zweimal 20.000 €, einmal 38.000 € und – betreffend den Beklagten – einmal 40.000 € verhängt worden. Als Gesamtstrafe hatte der DFB, wie üblich in solchen Fällen, nicht die Summe der Einzelstrafen in Höhe von 118.000 €, sondern unter Gewährung eines Strafrabatts einen Gesamtbetrag von 80.000 € bestimmt. Weil ein Kamerasystem zur Stadionüberwachung im Wert von rund 20.000 €, das der Verein bereits angeschafft hatte, auf die Strafe angerechnet wurde, musste der 1. FC Köln an den DFB nur noch einen Betrag von 60.000 € überweisen.

Die Argumentation des 1. FC Köln, wonach der Anteil im Verhältnis zur Gesamtstrafe in Höhe von 80.000 € zu bemessen sei, weil die verhängte Gesamtstrafe ausgehend von der höchsten Einzelstrafe gebildet werde, und damit 40.000 € : 80.000 € x 60.000 € = 30.000 € ergebe, überzeugte das Oberlandesgericht nicht. Denn bei dieser Berechnungsweise hänge es vom Zufall ab, in welchem Maße eine Reduzierung der Gesamtstrafe dem Inanspruchgenommenen zu Gute komme. Das Verhältnis der jeweiligen Einzelstrafe zur Summe der Einzelstrafen sei dagegen eine verlässliche Bemessungsgrundlage, bei der Änderungen der Gesamtstrafe stets verhältnismäßig weitergegeben werden könnten. Folglich hat der Beklagte den prozentualen Anteil zu bezahlen, der sich auf die Summe der Einzelstrafen bezieht, also 40.000 € : 118.000 € x 60.000 € = 20.340 €.

Die Revision ist zugelassen worden, weil die Frage, wie die Berechnung vorzunehmen ist, höchstrichterlich noch nicht entschieden worden ist.

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 9. März 2017 – 7 U 54/15

  1. BGH, Urteil vom 22.09.2016 – VII ZR 14/16
Archiv